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Zurück zur Übersicht 28.07.2010 10:26
| Krankenversicherung
| von:
CSC-Versicherungsmakler
Quelle: http://www.versicherungsjournal.de Über Jahre hinweg waren Erkrankungen des Kreislaufsystems der Hauptanlass für eine Behandlung im Krankenhaus. Seit 2007 ist die Hauptdiagnose „psychische Störungen“ der häufigste Grund für eine Einweisung ins Krankenhaus, Tendenz stark steigend. Und in nahezu jedem vierten Fall ist Alkoholmissbrauch im Spiel, wie Professor Dr. Friedrich-Wilhelm Schwartz, Vorstandsvorsitzender des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystem-Forschung e.V. (ISEG) bei der Vorlage des „Barmer GEK Report Krankenhaus 2010“ vor der Presse in Berlin erläuterte. Psychische Störungen stellen inzwischen den häufigsten Grund für eine Behandlung im Krankenhaus dar. Gegenüber dem Ausgangsjahr 1990 ist vor allem die Verweildauer um mehr als die Hälfte gestiegen. Mehr Prävention nötigDie andere Negativentwicklung vollzieht sich für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bei der Endoprothetik: Immer mehr Menschen lassen sich neue Knie- und Hüftgelenke einsetzen. In Deutschland fänden jährlich in etwa ebenso viele Operationen statt wie in den USA mit einer dreifach größeren Bevölkerung, sagte Professor Dr. Eva Maria Bitzer vom ISEG. Bewegungsmangel und daraus folgende Übergewichtigkeit seien die Hauptursache für die über 200.000 Hüft- und 175.000 Knieoperationen, erklärte Schwartz. Er forderte von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) ein deutliches Mehr an Präventionsmaßnahmen. Barmer GEK sucht nach EinsparmöglichkeitenDer stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, sagte, grundsätzlich gebe es in Deutschland für GKV-Versicherte bei endoprothetischen Leistungen eine „exzellente Versorgung“. „Sie ist aber auch ein Kostentreiber, der angebotsinduzierte Nachfrage und eventuell Überversorgung zur Folge hat“, sagte Schlenker. Allein für die Erstimplantation neuer Knie- und Hüftgelenke würden jährlich ohne die anschließenden Rehabilitationsmaßen in der GKV rund 2,9 Milliarden Euro ausgegeben. Hinzu kämen noch 550 Millionen Euro für Zweiteingriffe. Nach Ansicht Schlenkers sollte die Vergütungshöhe überprüft werden. „Die Fallkosten von über 7.000 Euro sind zu hinterfragen.“ Man brauche aber auch klare Gewährleistungsregeln und eine erfolgsorientierte Vergütung, sagte der Barmer GEK-Vorstand unter Hinweis darauf, dass jedes siebte Hüftgelenk und jedes achte Kniegelenk wieder ausgewechselt werden müsse. Kürzer, aber öfter im KrankenhausBei der Kostenentwicklung im Krankenhausbereich spielen zwei Faktoren eine besondere Rolle: Die Verweildauer und die Anzahl der behandelten Patienten. Dem Krankenhaus-Report zufolge sank die fallbezogene Verweildauer im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 8,5 (2008: 8,6) Tage. Im Jahr 1990 waren es noch 13,4 Tage. Deutlich überdurchschnittlich sind die Krankenhaus-Aufenthalte bei physischen Störungen. Diese liegen bei Männern bei 20 Tagen und bei Frauen bei 26,1 Tagen. Auf der anderen Seite stieg 2009 aber die Behandlungshäufigkeit in Krankenhäusern von 182 auf 186 Fälle je 1.000 Versicherte. Im Jahr 1990 hatte die Fallzahl noch bei 160 gelegen. Arbeitslose besonders lang im KrankenhausDer Krankenhaus-Report listet unter anderem die stationäre Behandlung nach Berufsgruppen auf, die durchaus deutliche Unterschiede etwa zwischen Arbeitnehmern der Metallverarbeitung und Ingenieuren aufzeigt. Allerdings sticht die Gruppe der Arbeitslosen besonders hervor: Mit 1.572 Krankenhaus-Tagen und 182 Fällen je 1.000 Versicherten verbringen als arbeitslos gemeldete Männer „etwa doppelt so viele Tage im Krankenhaus wie aktuell beschäftigte Personen aus nahezu allen berücksichtigten Berufsgruppen“, heißt es in dem Bericht. Der Krankenhaus-Report konnte 2009 erstmals auf die gemeinsamen Daten von Barmer und GEK zurückgreifen. Beide Krankenkassen hatten sich zum 1. Januar 2010 zur Barmer GEK zusammengeschlossen (VersicherungsJournal 24.9.2009). Im ersten Halbjahr 2010 konnte Deutschlands größte Krankenkasse ihre Versichertenzahl um knapp 70.000 auf 8,55 Millionen erweitern. Die Kasse erhebt keinen Zusatzbeitrag. Manfred Brüss (manbruess@aol.com)
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